Medienkompetenz vs. Internetabhängigkeit

Früh morgens ein erster Blick auf das Smartphone oder eben schnell den Rechner hochladen, um die neuesten Informationen, E-Mails und aktuellen Beiträge bei Facebook & Co. abzurufen und den Tag im Internet zu starten.

Weiter geht es auf dem Weg in die Arbeit. Während der Arbeitszeit bis zur Mittagspause werden zahlreiche Daten und Informationen online eingegeben, es wird im Internet recherchiert und gegoogelt. In der Mittagszeit gleitet der Blick neben Mittagssnack, Kaffee oder Tee erneut auf iPhone, Samsung & Co.

 

Nach der internetten Nachmittagsschicht im Büro folgt der langersehnte Feierabend und wohin führt als erstes wieder der Blick? Auf Smartphone & Co.

Wann ist es Medienkompetenz oder schon Internetabhängigkeit?

Zugegeben kann es eine überspitzte Sichtweise sein und je nach Berufsbranche wirkt sich der Konsum im Internet anders aus. Doch wann ist die Schwelle übertreten, die dann als Internetsucht oder Internetabhängigkeit bezeichnet wird? Sind Menschen mit feinen Sinnen ohne „stärkere“ Filter davor geschützt oder eher „ausgeliefert“?

Das Institut GfK Enigma aus Wiesbaden führte eine stichprobenartige Telefonbefragung von 1.200 deutschsprachigen Personen im Auftrag des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest (mpfs) aus Stuttgart durch. Zeitrahmen war der 27.05. bis 07.07.2013. Die Studie zeigte nach der Befragung der 12- und 19-Jährigen, dass 96 % der Jugendlichen ein eigenes Mobiltelefon besitzen, entspricht einer Steigerung von 25 % zum Jahr 2012. Zu Hause nutzt die befragte Zielgruppe für 48 Minuten im Durchschnitt von Montag bis Freitag den Zugang zu Internet und Computer, um für die Schule zu lernen oder zu recherchieren.

Details zur Telefonbefragung des mpfs 2013 über den kostenfreien Download der PDF-Datei (Anmerkung: leider steht der Download nicht mehr zur Verfügung – editiert 02.03.2017).

Junge Menschen wachsen in einer veränderten Gesellschaft auf, die intensiver mit modernen Kommunikationsmöglichkeiten sich austauschen. Dazu gibt es wie in jedem anderen Bereich Befürworter oder Gegner.

Die Medien sinnvoll einzusetzen, fördert die Wissensvermittlung, die eigene Persönlichkeit, die Medien- und die Lernkompetenz. Des Weiteren das natürliche Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl.

Medienkompetenz wird erworben durch die Nutzung von Kommunikationsmitteln zur digitalen Kommunikation über Profile im Web 2.0. Sie wird durch den Einsatz der Medien, dem Kennenlernen unterschiedlicher technischer Hilfsmittel und über das eigene Wissen sowie der Vernetzung der bisherigen Kenntnis erweitert.

Jedem unterliegt es selbst, in welchem Rahmen die neuen Medien eingesetzt werden. Familien und Erziehungsberechtigte spielen in der Vorbildfunktion eine große Rolle für Kinder und junge Heranwachsende.

Zur Definition und Erklärung, wann eine Internetsucht vorliegt findet sich die Aussage, dass es derzeit umstritten ist, ob eine gewisse Internetabhängigkeit nun wirklich zu einer Störung gehört.

Internetabhängigkeit wird den nichtsubstanzgebundenen Abhängigkeiten zugeordnet, das heißt es fehlt die stoffgebundene Abhängigkeit, wie bei Medikamenten, Drogen oder Alkohol.

Der Psychiater Ivan Goldberg aus New York war ursprünglicher Namensgeber der Internetsucht (oder in Englisch „internet addiction disorder“ (IAD)) im Jahr 1995. Als psychisches Problem wurde die Internetsucht eingeordnet und das bedeutet, dass Personen regelmässig etwas tun oder sogar tun müssen, wie beispielsweise das Internet zu gebrauchen.

Internetsucht, Internetabhängigkeit
Schon abgestorben?

Generell bin ich persönlich aber sehr vorsichtig dies zu „urteilen oder bewerten“, egal welche Art von Sucht. Sobald aber Mitmenschen, Freunde oder gute Bekannte einen darauf ansprechen ist es ein erstes Anzeichen um das eigene Verhalten zu reflektieren. Dies Revue passieren zu lassen oder ein Tagebuch zu schreiben, wie lange man im Internet war und welche Ergebnisse definitiv erzielt wurden (oder ob es reine „Zeitverstreichung“ war), welche Treffen man absagte oder Einladungen ablehnte, um die Zeit lieber im Internet zu verbringen.

Es stimmte mich persönlich nachdenklich andere Menschen zu beobachten, die im Supermarkt plötzlich mitten im Weg stehen bleiben und alles versperren, aber auf das Smartphone blicken.

Oder man spaziert entlang herrlicher Landschaft und Menschen begegnen einem, die der Schönheit der Natur keinen Blick zollen, aber wohl irgendwelchen Chatnotizen auf iPhone & Co. den Vorzug schenken.

Beispiele gibt es genügend und die sieht man leider häufig, wenn man selbst kein Smartphone in Händen hält, dafür aber umsichtig und achtsam Menschen beobachtet.

Unterstützung bietet dir auch diese Liste von 10 Tipps, wie du durch eigene Selbstdisziplin wieder zu mehr Lebensfreude findest.

Aber generell hat sich das Verhalten und die Nutzungszeit im Internet verändert. Nicht jeder User, der einen ganzen Tag im Internet verbringt wird automatisch internetsüchtig.

Diese kleinen technischen Helferlein bieten auch ihren Sinn,

  • schnelle Erreichbarkeit
  • im eigenen Notfall, oder für Andere kann sehr schnell Hilfe geholt werden
  • Vernetzung und Kontaktmöglichkeiten weltweit (besonders der Schwerpunkt auf weltweit ist beachtenswert, denn so kann man mit Bekannten in wirklich weit entfernten Ländern Kontakt halten, diese über Wichtiges informieren, sie schulen und Wissenswertes weiterleiten)
  • Internet- und webbasierte Kommunikationsmöglichkeit, ob über Skype, per Webinar-Software, der Telefonfunktion, per Chat oder SMS.
Medienkompetenz
Medienkompetenz ist ein wertvoller Faktor zur Stärkung des Selbstbewusstseins

Was tun, wenn die innere Stimme sagt, jetzt ist Schluss mit Internet?

  • Den Stecker aus der Steckdose ziehen
  • Laptop zuklappen
  • den Knopf am Rechner auf „Aus“ drücken
  • Körperwahrnehmungsübungen machen
  • bewusst die Umgebung des Arbeits- oder Schreibplatzes wahrnehmen
  • achtsam in den Körper lauschen
  • den Liebsten/die Liebste in den Arm nehmen
  • aus der Wohnung/dem Haus gehen und auf das Fahrrad sich schwingen/Walkingstöcke schnappen/Joggingschuhe anziehen und loslegen zum Freizeitsport (das geht alles auch ohne Runtastic App)
  • mit Freunden am Fussballplatz treffen und eine Runde kicken, dass das Runde in das Tor hineintrifft
  • regelmäßig eine „Auszeit“ vom Internet nehmen, wenn es beruflich vereinbar ist 

Zum letzten Punkt werden zunehmend öffentliche Mitteilungen lesbar, dass manche Nutzer einen Tag ohne Internet einlegen, einen Tech-Sabbat. Dabei werden entweder gar keine internetfähigen Geräte genutzt oder eingeschränkt auf „Notrufbereitschaft“.

Wie findest du das? Nutzt du dies bereits aktiv und welche Erfahrungen machst du dabei?

Medienkompetenz vs. Internetabhängigkeit

Kerstin Paar

Als Online-Marketing-Beraterin unterstützt Kerstin Paar Solo-Unternehmerinnen und Selbständige in ihren Marketingtätigkeit und im Netz mit eigener Website sichtbar zu sein. Über Einzelcoachings oder E-Mail-Services zeigt sie auf leicht verständliche, kompetente und sympathische Art die Vorzüge der Sozialen Medien und den wirkungsvollen Einsatz einer eigenen Website auf. Eine performante Website ist das Herzstück im Marketing. Ein Herzensprojekt der Online-Marketing-Fachfrau mit Reiselust ist das Bloggen auf ihrem Reiseblog "Sonnenfernweh". Als Reisebloggerin schreibt sie Reiseberichte, inspiriert von ihren Unternehmungen mit dem E-Bike und für Tourismusregionen. Im Mai 2018 war sie damit quer durch Deutschland unterwegs. Seit 2011 ist Kerstin Paar in sozialen Netzwerken als Beraterin tätig. Mit anschließender Zertifizierung zur Online-Marketing-Managerin unterstützte sie Unternehmen der Energiewirtschaft, Coaches, Autoren und Selbständige. Mit Lust und Freude an ihrer Arbeit schätzt sie die Einzelberatungen und den Teamgeist in Kleingruppen.