Mastodon – Open-Source, werbefrei, kostenlos | Alternative zu Twitter?

Das soziale Netzwerk Mastodon gründete der Deutsche Eugen Rochko im Jahr 2016. Über eine Million registrierte Nutzer – verstreut über die Welt – sind Teil des Netzwerkes, und das in 39 Sprachen.

Über Mastodon kannst Du ähnlich wie bei Twitter, Facebook, Tumblr & Co. einen eigenen kostenfreien Account erstellen, einen Post und Nachrichten schreiben, Bilder und Videos teilen.

Die Software Mastodon ist Open-Source, das bedeutet, der Quellcode ist frei zugänglich und kann von jedem auf einem eigenen Server verwendet werden. Die eingegebenen Daten bleiben natürlich nicht zugänglich und somit trägt das Netzwerk den datenschutzfreundlichen Charakter.

Dieses Netzwerk liegt auf dezentralen Servern, das bedeutet, es sind verschiedene Server von unterschiedlichen Programmierern verfügbar. Das nennt sich auch Instanz. Ich nutze meinen Account über die Instanz https://mastodon.social.

Du kannst Dir Deine Instanz, Deinen Programmierer mit seinem Server frei aussuchen und Dir Dein Profil erstellen. Jede Instanz ist kostenfrei nutzbar. Anders funktioniert Facebook, hier ist alles zentral auf „einem“ Server. Und wird von einem riesengroßen Unternehmen gesteuert. Mastodon sieht den Menschen im Vordergrund und nicht dessen Daten.

Merkmale von Mastodon

Jede Instanz hat ihre eigenen Spielregeln und wird von der Community moderiert und selbst geleitet.

Mastodon sammelt und verkauft keine Daten.

Mastodon lebt von Spenden, es ist ein Crowdfunding-Projekt.

Es besteht die Möglichkeit, dass Gemeinschaften privat bleiben und nicht mit anderen Instanzen kommunizieren wollen. Das bestimmt die jeweilige Community.

Das Netzwerk hat Sicherheitseinstellungen integriert, die Missbrauch vorbeugen.

Mastodon ist menschlich. Hat den Menschen im Fokus, anders als werbefinanzierte Netzwerke den Gewinn anstreben, gibt es in diesem Netzwerk keine Erfolgsmaximierung.

Mastodon finanziert sich ausschließlich über Spenden. Zeigt keine Werbeeinblendungen und lässt sich somit nicht – wie bei Facebook – mit Sponsored Posts bespielen.

Man möchte Fake-News und Hater vorbeugen und diesen keinen Raum einräumen.

 

Vorteile von Mastodon

Kostenfrei – werbefrei – open-source – auf Desktop und Smartphone nutzbar

Das Netzwerk kann kostenfrei für einen Firmenchat, oder als Chatmöglichkeit (wie in Slack) unter Geschäftspartnern oder Selbständigen genutzt werden. Die Oberfläche sieht der bekannten Oberfläche von Tweetdeck sehr ähnlich.

Obwohl die Open-Source Software auf zahlreichen Servern läuft, kann man mit anderen Accounts auf anderen Servern interagieren und folgen. Das erkennt man am einfachsten daran, wenn man auf den Button „Folgen“ klickt, und sich ein Fenster öffnet. In dieses tippt man seine URL ein. In meinem Fall lautet diese @sonnenfernweh@mastodon.social.

Kommt dieser Schritt nicht, folgt man einer Person auf gleichem Server. Zum Beispiel lauten Servernamen mastodon.social, mastodon.xyz, weitere findest Du hier auf der Website von mastodon.social.

Das Netzwerk hat weltweit Anhänger, also nicht nur Deutsche oder aus dem deutschsprachigen Raum.

Ähnlich wie in Twitter ist die Anzahl der Zeichen begrenzt (Mastodon 500 Zeichen, Twitter 280 laut diesem aktuellen Test – Stand 1. September 2018).

Neben Text kann auch ein Link eingefügt, ein Text mit Emoticons aufgehübscht und getrötet werden.

In der rechten Spalte stehen mehrere Anzeigemöglichkeiten zur Verfügung, unter anderem können Listen aus dem eigenen Server-Netzwerk oder dem öffentlichen gesamten Mastodon-Netzwerk angezeigt werden.

Hierzu rufst Du Dir eine der beiden Listen auf.

Die lokale Zeitleiste: Sie enthält alle Mitglieder aus Deiner Instanz, also von dem gleichen Server (in meinem Fall von mastodon.social).

Die föderierte Liste zeigt aus dem großen Mastodon-Netzwerk die Menschen an, denen man selbst und vom eigenen Server folgt. Einschränken lässt sich diese Liste über Einstellungen -> Sprache auf nur die gewünschte Sprache. Ich habe Deutsch eingestellt und erhalte demnach nur deutsche Toots, bzw. nur von solchen Accounts, die auch die Sprache Deutsch einstellten, aber durchaus auch mal einen Toot in englischer Sprache verfassen.

Weil ich gerade in dem Einstellungsreiter bin, hier kannst Du selbst anklicken, ob Dein öffentliches Profil und Deine Beiträge in Suchmaschinen erscheinen dürfen, oder angehakt verhindert man die Verbreitung.

Ebenso kann ausgeblendet (angehakt) werden, wem man folgt und wer einem selbst folgt. Bei Setzen des Hakens ist dies nicht sichtbar, es zeigt nur eine Zahl an, wie viele es sind, aber keine Profile sind aufrufbar.

Die Ansicht des Website-Hintergrundes lässt sich von dem voreingestellten dunklen Hintergrund auf einen hellen Hintergrund umschalten.

Welche Nachteile könnte das Netzwerk haben?

Möglicherweise würde ich hier erwähnen, andere interessante Kontakte zu finden. Ich versuchte mit #ebike andere zu finden, oder mit #lüneburgerheide. Als Ergebnis wurde mir nichts angezeigt. Das fand ich seltsam.

Das Einfinden in das Netzwerk ist nicht so unkompliziert wie bei Twitter, allerdings ähnlich wie in Slack. Um Dir die Einarbeitung zu erleichtern, schrieb ich dieses Tutorial. Was würdest Du ergänzen? Schreib mir bitte dazu.

Wie startet man in Mastodon?

Du nimmst auf der Anmeldeseite drei Einträge vor. Deinen frei gewählten Benutzernamen (auch Phantasiename möglich), Deine E-Mail Adresse und ein selbstgewähltes Passwort. Nach Anmeldung erhältst Du eine E-Mail zum Bestätigen. Danach bist Du mit einem Klick auf den Link in der E-Mail im Hintergrund der Plattform.

Die linke Spalte dient zum Schreiben eines Toots. Zur Suche nach anderen Namen oder Hashtags.

Die zweite Spalte von links zeigt Dir Deine Toots und die der Folgenden an. Die dritte Spalte benachrichtigt Dich über neue Folger.

Und die ganz rechte Spalte stellt Dir eine Hilfe zu den „Ersten Schritten“ zur Verfügung, die beiden Listenvarianten (Lokale und föderierte Liste)  und die Ansichten für das eigene Profil mit Interaktion von anderen Nutzern.

Tipps zur Nutzung von Mastodon

Wie überall unterscheiden sich die Namen etwas mit ähnlicher Funktion.

Mastodon vs. Twitter

Toot statt Tweet

Sternchen statt Herz/Like

Boost statt Retweet

Wichtig wie in jedem anderen Netzwerk, um Aufmerksamkeit zu erhalten: Antworte anderen, interagiere mit ihnen, schreibe eigene Posts, teile Inhalte, vergib Sternchen, was Dich interessiert.

Vervollständige Dein Profil. Stelle ein Avatar-Bild ein, also ein Personenbild von Dir. Ein zusätzlich breiteres „Kopfbild“ kannst Du auch einstellen. Vielleicht stellst Du ein Bild ein, das Dein Lieblingshobby zeigt, so wird Dein Account persönlicher. Du kannst es auch frei lassen.

Wie trötet man?

Einen Post zu veröffentlichen, nennen Nutzer „tröten“. Hierzu tippt man Zeichen in das Textfeld, hängt möglicherweise einen Link anbei, lädt ein Bild hoch und klickt auf den Button „tröt“.

Du kannst aber vor dem Tröten bestimmen, an wen sich dieser Post richtet. Ob

  • öffentlich
  • an erwähnte Profile
  • an Folgende (Personen), oder
  • nur an nicht gelistete Profile (Letztere sind nicht in öffentlichen Zeitleisten gelistet, das wiederum kannst Du in den Einstellungen unter „Einstellungen“ eingeben – in der Tat folgt zweimal das Wort „Einstellungen“).

Sensible Inhalte tröten

Ein Klick auf den Button mit Aufschrift „CW“ öffnet ein Feld mit Bezeichnung „Inhaltswarnung“.

Darin tippt man als Kurzbeschreibung ein, um welchen sensiblen Inhalt es sich handelt und genau dieser Text wird als erstes angezeigt. Im getröteten Toot gibt’s dann nochmal einen kleinen Hinweisbutton, mit „mehr anzeigen“. Das klickst Du an und darin steht der eigentliche Text des Toots. Du siehst es in dem unteren Screenshot in der zweiten Spalte von links.

Ansicht anderer Profile

Willst Du Dir ein Profil eines anderen Nutzers ansehen, stehen Dir neben der Anzahl der Folger unter den drei Pünktchen rechts, weitere Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung (man klickt dann einfach auf einen der folgenden beschriebenen Punkte):

  • Eine Direktnachricht senden
  • Geteilte Beiträge von @ xyz  verbergen
  • Das Profil hervorheben (das testete ich, jedoch sah ich nirgends etwas hervorgehoben)
  • Stummschalten
  • Blockieren
  • Melden
  • alles von dem Account verstecken.

 

 

Menschen, die den Hass und die Fake-Accounts anderer Netzwerke nicht mögen, finden in Mastodon eine gelungene Alternative. Sie ist kostenfrei, werbefrei, von Desktop und mobil nutzbar. Einer der größten Vorteile aus meiner Sicht ist, dass man mit anderen private Diskussionen und Austauschmöglichkeiten vorfindet, die es in vergleichbarer Weise in anderen Netzwerken nicht gibt. Aus Datenschutz-Sicht, ohne Werbeeinblendungen und kostenfrei.

(Screenshots Quelle Mastodon – Stand 1. September 2018, zum Zweck der Erklärung des Netzwerkes – der Beitrag wurde nicht gesponsert)

Mastodon – Open-Source, werbefrei, kostenlos | Alternative zu Twitter?
Markiert in:     

Kerstin Paar

Als Online-Marketing-Beraterin unterstützt Kerstin Paar Solo-Unternehmerinnen und Selbständige in ihren Marketingtätigkeit und im Netz mit eigener Website sichtbar zu sein. Über Einzelcoachings oder E-Mail-Services zeigt sie auf leicht verständliche, kompetente und sympathische Art die Vorzüge der Sozialen Medien und den wirkungsvollen Einsatz einer eigenen Website auf. Eine performante Website ist das Herzstück im Marketing. Ein Herzensprojekt der Online-Marketing-Fachfrau mit Reiselust ist das Bloggen auf ihrem Reiseblog "Sonnenfernweh". Als Reisebloggerin schreibt sie Reiseberichte, inspiriert von ihren Unternehmungen mit dem E-Bike und für Tourismusregionen. Im Mai 2018 war sie damit quer durch Deutschland unterwegs. Seit 2011 ist Kerstin Paar in sozialen Netzwerken als Beraterin tätig. Mit anschließender Zertifizierung zur Online-Marketing-Managerin unterstützte sie Unternehmen der Energiewirtschaft, Coaches, Autoren und Selbständige. Mit Lust und Freude an ihrer Arbeit schätzt sie die Einzelberatungen und den Teamgeist in Kleingruppen.