Instagram Abonnenten kaufen – oder nicht?

Erst vor kurzem drehte sich das Gespräch mit meiner Kollegin Evelyn van Kempen um den Kauf von Abonnenten, Followern und Fans. Für günstige 3 Dollar bekommst Du etwa mehrere hundert Instagram-Abonnenten. Greift man tiefer in die Tasche können es gut und gerne Follower im vierstelligen Bereich sein.

Der Sinn und Zweck ist denkbar einfach, ein Anstieg an Followern und Fans.

Ein Plus an Abonnenten -> Interaktion?

Ergebnis: Gleich null.

Gekaufte Abonnenten, Follower und Fans verändern die Länderzusammensetzung. Kommst Du aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz, wird der Like-Kauf das Verhältnis an Herkunftsländern Deiner Follower und Fans verschieben und einen höheren Anteil an osteuropäischen Ländern erhalten. Ein Großteil der Menschen aus diesen Ländern wird Deine Posts nicht verstehen und somit schon deshalb nicht interagieren können.

Sicher ist eine hohe Zahl an Likes, Followern oder Fans schön, erstrebenswert und bei Kooperationspartnern beliebt. Leider sehen dies manche Marketingleiter als wichtigstes Kriterium für eine Kooperation und sehen nicht hinter die Kulisse. Das mag ein kleinwenig boshaft klingen, leider hab ich es am eigenen Leib erfahren dürfen. Danach dachte ich mir, „ok, das ist eure Meinung und zeigt, wieviel recherchiert wurde und was man aus eigenem Vorteil außer acht ließ“.

Bots und Algorithmen

Was ist überhaupt ein Bot? Ein Bot ist eine computergestützte Software, die automatisch reagiert und ähnliche Aktionen kontinuierlich ausführt.

Der Newsfeed wird durch den Algorithmus so gesteuert, dass ein zu schneller und hoher Zuwachs an Likes, Followern und Fans sich negativ auswirkt. Zwar erhöht es kurzfristig eine Sichtbarkeit, sinkt allerdings aufgrund mangelnder Interaktion schnell wieder. Genauso  negativ gewertet werden einfache „Antwort-Spielchen“ wie, „kommentiere mit Buchstabe A oder B, wenn Du für dieses oder jenes bist“. Damit will man zwar die Interaktion erhöhen, jedoch sieht das der computergesteuerte Algorithmus es mit anderen Augen. Weil kaum Mehrwert und Interaktion erzeugt wird.

Positiv wirken sich relevante und qualitativ hochwertige Beiträge auf den Algorithmus aus. Beispielsweise auf der Facebook-Seite ein oder mehrere Bilder posten mit einigen Textzeilen und Linkverweis auf den eigenen Blog. Bei Instagram ein Bild, oder eine Bilderserie, ein beschreibender Text und Hashtags dazu. Einen möglichen Kooperationspartner markieren oder im Bild taggen.

Bewegtbilder erzeugen nicht mehr Sichtbarkeit

Videos waren zwar vor einiger Zeit noch relevanter, allerdings erhöhte es nicht signifikant und langfristig die Sichtbarkeit. Unabhängig ob bei Instagram, Facebook oder anderen Plattformen. Spannend wird es in jeder Hinsicht, wie sich das Leistungsschutzrecht auswirkt (aktuell seit 20. Juni 2018 veröffentlicht, am 4. Juli 2018 endgültig beschlossen oder durch Öffnungsklauseln erweitert wird). Dieses „Recht“ soll künftig vor allem Videos auf YouTube herausfiltern, die vermeintlich einer Urheberrechtsverletzung gleichkommen, unabhängig ob eine Rechtsverletzung in der Tat vorliegt oder nicht. Verlinkte Inhalte sollen gegen Bezahlung möglich sein. Warten wir erst einmal ab, was unsere Politik dazu nun endgültig entscheidet. Ich bleib erstmal entspannt und trink ’ne Tasse Tee.

Was aus meiner Einschätzung für Deinen Instagram-Kanal von Vorteil ist,

  • kommentiere sinnvoll unter anderen Profilen und suche Dir in Instagram neue Abonnenten entsprechend Deinen Zielen aus,
  • zum Stichwort „sinnvoll“ kommentieren gehört eigentlich selbstverständlich dazu: Interesse zeigen am Anderen, auch mal etwas nachfragen, damit erhöhst Du Deine Sichtbarkeit und die des Gesprächspartners,
  • regramme („teile“) Bilder von Kollegen oder Kooperationspartnern, oder Menschen mit denen Du gerne interagierst (frag‘ bitte vorher, ob das Weiterteilen in Ordnung ist und verweise in Deinem Post auf den Inhaber des Fotos),
  • versuche zum aktuellen Zeitgeschehen Bilder zu posten, Aktualität mag der Algorithmus,
  • suche Dir regelmäßige Zeitfenster, in denen Du ein- bis zweimal am Tag einen Post veröffentlichst und mit anderen interagierst, auf Fragen antwortest und nach neuen Interessenten recherchierst (dabei vergiss bitte nicht: alle sozialen Netzwerke können ein Zeitfresserchen sein, daher nutze Deine Zeit sinnvoll und angepasst),
  • andererseits suche Dir Zeiten, in denen Du Dich Deinen anderen Aufgaben widmest.

Warum ich den letzten Punkt ergänze, ist ganz einfach: Der „Pferde-Scheuklappenstrategie-verfallen“, wie ich es mal nennen mag. Das bedeutet: Als Selbständige oder Selbständiger versucht man so viel wie möglich online zu sein, aus Sorge, man könnte etwas übersehen, nicht mitbekommen oder verpassen. Ein Tunnelblick oder der berühmte „Scheuklappenblick“ hilft in dem Fall so gut wie gar nicht. Auch nicht, wenn man dringend aus finanziellen Gründen einen Neuauftrag benötigt.

„Das größte Don’t in Instagram: Abonnenten kaufen“, meint Evelyn van Kempen, SEO- und Sichtbarkeitsexpertin.

Um den aktuellen Trend nicht zu versäumen, blickt man viel zu oft und häufig auf das Smartphone, ohne dass wirklich etwas geschah, geschweige denn, dass man etwas verpasst hätte. Das Einzige, das man verpasst, ist die Freiheit über seine eigene Zeit. Die Eigenständigkeit, wann man arbeitet, wann Zeit ist für Müßigkeit oder auch für Nichtstun.

Ein Best-Practice mit seiner Vorgehensweise und Strategie zur Erreichung von knapp 24 Tausend Instagram Abonnenten stelle ich Dir gerne vor: Das Internationale Maritime Museum in der Speicherstadt Hamburg. Das sehr interessante Museum ist mit @maritimesmuseum auf Instagram aktiv, antwortet fachspezifisch und sehr ausführlich. Zeigt interessante Einblicke, wie sie der Besucher vor Ort sehen kann. Davon überzeugte ich mich selbst. Im Januar 2018 betrat ich an einem Samstagmorgen das Museum und war von der Größe, der Themenvielfalt und interessanten Darstellung überwältigt.

Ein dauerndes Online-Sein bedeutet nicht unbedingt Erfolgreich-Sein. Ein Neuauftrag oder Anruf kommt meist zu mir, wenn ich gar nicht daran denke und mit meinem E-Bike morgens eine Runde fahre oder ich genüsslich mit dem Zug zu einem Lieblingsort fahre, um liebe Menschen zu begegnen.

instagram abonnenten kaufen
Die „Dos and Don’ts“ zu Instagram – folge mir auf Instagram, da wo „Sonnenfernweh“ drauf steht :)

Online aktiv sein, in Maßen, ist langfristig erfolgreicher.

Das spiegelt meine ganz persönliche Meinung wider, basierend auf Beobachtungen meines eigenen Verhaltens und in einer Studie aus dem Jahr 2014, in der ich mich dem Thema „Internetabhängigkeit und Medienkompetenz“ widmete.

Instagram Abonnenten kaufen – oder nicht?
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