Gesundes Unternehmerwachstum vs. Jagd auf E-Mail-Adressen

Recht und Gesetz nehme ich Ernst. Ich arbeite mit Menschen gleicher Gesinnung zusammen. Unseriöse Geschäftspraktiken von „E-Mail-Adressen sammeln“ lehne ich ab. Was meine ich damit? Anhand des E-Mail-Marketing erkläre ich es dir. 

Angenommen ein Interessent schreibt einen Seminarveranstalter mit einer Frage an. Die Frage bezieht sich auf ein veröffentlichtes Seminar. Darf der Seminarveranstalter ohne Einwilligung des Fragenden nun dessen E-Mail-Adresse auf eine Liste eintragen und manuell in das Newsletter-System hinzufügen? Ohne Vorliegen einer Seminarteilnahme und ohne Zustimmung zum Newsletter? Meine Antwort (ohne Rechtsberatung) lautet Nein. In beiden Fällen.

Dies gilt unabhängig, ob die Person in Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Italien ist. Diese Vorgehensweise verstößt eindeutig gegen das Gesetz des Unlauteren Wettbewerbes. Der Seminarveranstalter macht sich strafbar. Zudem ist fraglich, ob jemand aufgrund eines unfreiwillig zugesandten Newsletter Kunde wird. Beobachte ich mich, dann kann ich klar sagen: Nein. Ich habe noch nie bei jemandem bestellt oder etwas gebucht, von dem ich ohne meine Zustimmung eine Werbe-E-Mail erhalten hatte.

Ein Irrglaube ist, ein Unternehmen wachse dadurch gesund

Äußert ein Unternehmer den Wunsch, seinen Seminarort langsam und gesund wachsen zu lassen, übt aber oben genannte Praxis aus, ist das in meinen Augen ein Paradoxon. Wünschen kann man sich natürlich viel. Offensichtlich steckt dahinter allerdings eine „Jagd auf E-Mail-Adressen“, die sich schädlich für das Unternehmen auswirkt. Welche Auswirkungen dies hat, dürfte jedem klar sein. Der Ruf ist weg und finanziell frisst es ein Loch in die Kasse, wenn eine Abmahnung eintrifft.

Wie kommt man auf seriöse Weise an E-Mail-Adressen?

Erlaubt ist, wenn ein Interessent aus eigenem Antrieb über eine Website einen Newsletter abonniert, der über das sogenannte Double-Opt-In Verfahren läuft. Sprich „zweimal = double“ muss ein Interessent zustimmen, dass er den Newsletter will.

Dazu erhält man eine erste E-Mail nach dem Eintrag seiner E-Mail-Adresse. In der folgenden Eingangsmail ist ein Link, den man anklicken muss und zum zweiten Mal bestätigt, dass man den Newsletter abonnieren will.

Darf man einen Bestandskunden oder gebuchten Seminarteilnehmer mit einem Newsletter versorgen?

Einem Bestandskunden darf man erst einen Newsletter senden, wenn der Teilnehmer diesem zugestimmt hat. Sprich, nicht ungefragt!

Der Newsletter muss dann allerdings ähnliche Seminare und Inhalte aufweisen, die der Teilnehmer bereits gebucht oder gekauft hat.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass der Teilnehmer dem Versand eines Newsletters nicht widersprochen hat.

Als Letztes gilt, dass der Versand eines Letters nicht länger als zwei Jahre ab der Generierung der E-Mail-Adresse zurückliegen darf. Beispiel: Teilnehmer hat dem Newsletter am 20. Mai 2017 zugestimmt. Seminarveranstalter versendet einen Newsletter erst nach drei Jahre an diesen Teilnehmer, ist der Zeitraum dazwischen zu lange.

Übrigens muss ein Newsletter-Abonnement immer die Möglichkeit beinhalten, dass man dieses selbsttätig bei jedem Newsletter beenden kann. Ist im übrigen kein Beinbruch, wenn jemand das Abonnement löscht.

Mein persönliches Fazit:

Wer die korrekte Vorgehensweise zur Generierung von E-Mail-Adressen nicht praktiziert, und dieser auch nach meiner Beratung nicht folgt, beende ich meinerseits das Auftragsverhältnis. Ich arbeite mit Menschen zusammen, die Gesetze und das Recht ernst nehmen. Sogar das Texten eines Newsletters lehne ich ab. Da ich weiß, dass dieser an solche Adressen versendet wird, die nicht rechtens gesammelt wurden.

Gesundes Wachstum eines Unternehmens ist das Loslassen von zwanghafter „Jagd nach E-Mail-Adressen“.

Lieber ist mir eine kleine Leserschaft, als eine unseriös erzielt hohe Zahl an Newsletter-Abonnenten.

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Kerstin Paar

Als Online-Marketing-Beraterin unterstützt Kerstin Paar Solo-Unternehmerinnen und Selbständige in ihren Marketingtätigkeit und im Netz mit eigener Website sichtbar zu sein. Über Einzelcoachings oder E-Mail-Services zeigt sie auf leicht verständliche, kompetente und sympathische Art die Vorzüge der Sozialen Medien und den wirkungsvollen Einsatz einer eigenen Website auf. Eine performante Website ist das Herzstück im Marketing. Ein Herzensprojekt der Online-Marketing-Fachfrau mit Reiselust ist das Bloggen auf ihrem Reiseblog "Sonnenfernweh". Als Reisebloggerin schreibt sie Reiseberichte, inspiriert von ihren Unternehmungen mit dem E-Bike und für Tourismusregionen. Im Mai 2018 war sie damit quer durch Deutschland unterwegs. Seit 2011 ist Kerstin Paar in sozialen Netzwerken als Beraterin tätig. Mit anschließender Zertifizierung zur Online-Marketing-Managerin unterstützte sie Unternehmen der Energiewirtschaft, Coaches, Autoren und Selbständige. Mit Lust und Freude an ihrer Arbeit schätzt sie die Einzelberatungen und den Teamgeist in Kleingruppen.