Achtsam mit der Zeit in Social Media umgehen

Schnell E-Mails checken, kurz nachsehen, welche Benachrichtigungen in Facebook auftauchten, es könnte etwas Wichtiges dabei sein …

Und dann springt einem etwas ins Auge, klickt es an, liest den ganzen Beitrag. Will weiterrecherchieren und googelt …

Schwupps, es sind statt nur 2 Minuten, gleich 20 oder 30 Minuten vergangen. Hoppla! Halt!

Aber ich glaube, damit bin ich nicht alleine.

In den letzten Wochen erkannte ich mehr und mehr, wie schnell man in diesen „Internet-Strudel“ geraten kann und es einen tiefer und tiefer hineinsaugen kann. Zum Glück ist das bei mir nicht immer so. Doch wenn ich ehrlich bin, trickst man sich damit auch etwas aus. Im Zuge dessen verzögert sich die Erledigung von Aufgaben und man beginnt locker zu prokrastinieren …

Ein Ereignis geschah am ersten Oktoberwochenende, das mich zu einer „Kursänderung“ brachte, quasi reichte mir ein „Zufall“ einen Anker gegen den Internet-Strudel.

Als ich mit Rad bei strahlendem Sonnenschein an einem schönen Herbsttag nach Lüneburg fuhr mit Ziel, das Kloster Lüne, sollte eigentlich eine Kamera dabeisein.

Ich fuhr los und strampelte schon den Anstieg nach Drögennindorf hoch, durchfuhr das letzte Heidedorf der Samtgemeinde Amelinghausen in Richtung Lüneburg und als die Schussfahrt wieder hinunter zu Ende war, blieb ich stehen, um etwas zu fotografieren. Die Landschaft war so zauberhaft in ihrem Herbstkleid. Doch ich suchte nach meinem Smartphone und fand es nicht. „Achje, zu Hause auf dem Tisch vergessen“, fiel es mir plötzlich ein. Ich überlegte, fahre ich die 7 km wieder zurück nach Hause, um erneut den Anstieg nach Drögennindorf hochzustrampeln und gesamt 14 Extrakilometer zusammen zu fahren. Oder, ich mache es dieses Mal so, wie ich es früher ab und zu machte, wenn keine Kamera dabei war. Man kaufte sich eine Postkarte oder nahm einen Flyer mit von der Klosteranlage. „Gut, ich fahre weiter und dreh nicht um“.

Während ich weiterradelte dachte ich darüber nach, wie schnell man unterwegs kurz das Internet anschaltet um nachzusehen, wer hat den Post bei Instagram, Facebook oder Twitter geliket. Vielleicht hat jemand kommentiert. Und dann scrollt man sich durch zig Feeds, schnappt hier Informationen auf, liest da mal schnell mit. Am Ende ist Lebenszeit vergangen und man sah nicht die schönen Augenblicke in der herbstlichen Landschaft.

Doch halt, ich möchte differenzieren. Und jetzt komme ich zum „achtsamen Umgang in Social Media“.

Achtsam im Umgang mit der Zeit in Social Media

Stell Dir einen Wecker für Recherchen

Ich nutze Social Media häufig für Recherchen. Dabei sehe oder suche ich nach Facebook-Seiten aus dem Tourismus. Kommentiere und interagiere mit Kooperationspartnern, arbeite in Social Media, wenn ich zum Beispiel Content erstelle und diesen auf meinen oder auf Kundenkanälen poste. Das zählt NICHT zu sinnloser Zeitverschwendung. Mir ist Interaktion und kommentieren, Tipps weitergeben und Hilfestellung in Gruppen anbieten wichtig.

6 Stunden kein Facebook, Twitter und Instagram öffnen, nur um mal schnell nachzusehen!

Diesen Vorsatz nahm ich mir an besagtem Sonntag vor und startete gleich am darauffolgenden Montag. Meine Belohnung war, mir täglich nach erfolgreichen 6 Stunden 5 Euro in eine Sparbüchse zu stecken, und dafür mir etwas Schönes kaufen.

Nun sind die ersten 5 Tage um, an denen ich tagsüber 6 Stunden keines der drei Netzwerke öffnete, um „Leerzeit“ zu vergeuden.

Was ich an dieser Stelle erwähnen möchte ist, dass ich natürlich dazwischen twitterte und das Netzwerk in diesem Moment offen hatte, um den Tweet auch passend abzusenden. Doch nach dem Klick auf den Button „Absenden“ verließ ich gleich wieder das Fenster. Ich hatte dabei nie das Gefühl, ich betrüge mich. Denn ich war in meinem Arbeitsflow, bearbeitete Blogartikel und nutzte das auch, um die Twitter-Accounts, den XING- oder LinkedIn-Kanal wieder mit neuen Posts zu beleben.

Belohnung, die Freude machte!

Nun verrate ich Dir, wie ich einmal in dieser Woche 5 Euro aus meiner Aktion ausgab. Den ganzen Sommer über liebäugelte ich mit einem Besuch des spanischen Restaurant Pacos in Lüneburg. Eines Tages sah ich Gäste im Sonnenschein davor sitzen mit großen Gläsern. Da war mir in dem Moment nicht danach, ein Getränk zu kaufen. Zu Hause las ich im Internet, dass sie feine Cocktails – ob alkoholfrei oder mit Alkohol – mixen. Auch zum Mitnehmen und eine happy hour anbieten.

In meiner Woche des „Internet-Entzugs“ passte es aufgrund eines Telefonates zeitlich nicht mehr, dass ich dienstags schnell noch nach Lüneburg fahre. Denn zuvor wollte ich unbedingt noch einmal das Kloster Lüne besuchen für Fotos, um einen Blogbeitrag damit zu bebildern.

Am Mittwoch passte es zeitlich sehr gut, das Wetter war wieder traumhaft und nach dem Besuch des Klosters Lüne holte ich mir einen schmackhaften Cocktail aus leckeren Säften.

Während ich über den Marktplatz in Lüneburg mit meinem Rad schlenderte, tauchte diese wunderschöne Abendstimmung auf …

In der spanischen Bar Pacos in Lüneburg mixen die Barkeeper leckere Cocktails. Einer davon gehörte mir an diesem Spätnachmittag.

Statt Internet-Entzug, ein Gewinn an Lebenszeit

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Ich für mich bin sehr froh, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Erkenne jetzt viel schneller und deutlicher, wenn der „sinnlose Internet-Strudel“ mich wieder einsaugt. Dann mache ich mir das bewusst und entscheide mich, was ist mir in diesem Moment wichtiger. Ist es jetzt eine sinnvolle Recherche, oder ist es an der Zeit, andere Aufgaben zu erledigen. Damit gewinne ich „neue“ Lebenszeit.

Wunder Dich also nicht, wenn ich in Social Media nicht sofort antworte, dann bin ich in meiner 6-Stunden-Gewinnzeit oder beim Genießen :-)

Trotzdem bleibe ich meinem Streben treu, innerhalb 24 Stunden E-Mails zu beantworten.

Staunend stehe ich immer wieder vor den schönen Häuserfassaden aus Backstein
Achtsam mit der Zeit in Social Media umgehen
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Kerstin Paar

Als Online-Marketing-Beraterin unterstützt Kerstin Paar Solo-Unternehmerinnen und Selbständige in ihren Marketingtätigkeit und im Netz mit eigener Website sichtbar zu sein. Über Einzelcoachings oder E-Mail-Services zeigt sie auf leicht verständliche, kompetente und sympathische Art die Vorzüge der Sozialen Medien und den wirkungsvollen Einsatz einer eigenen Website auf. Eine performante Website ist das Herzstück im Marketing. Ein Herzensprojekt der Online-Marketing-Fachfrau mit Reiselust ist das Bloggen auf ihrem Reiseblog "Sonnenfernweh". Als Reisebloggerin schreibt sie Reiseberichte, inspiriert von ihren Unternehmungen mit dem E-Bike und für Tourismusregionen. Im Mai 2018 war sie damit quer durch Deutschland unterwegs. Seit 2011 ist Kerstin Paar in sozialen Netzwerken als Beraterin tätig. Mit anschließender Zertifizierung zur Online-Marketing-Managerin unterstützte sie Unternehmen der Energiewirtschaft, Coaches, Autoren und Selbständige. Mit Lust und Freude an ihrer Arbeit schätzt sie die Einzelberatungen und den Teamgeist in Kleingruppen.